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Ehrfurcht und Dankbarkeit

Gestern hat mir jemand auf den Blog Sie bloggen Frau Brunner geschrieben:"Das Leben ist so spannend und immer wieder aufs Neue beglückend. Auch, wenn in der Welt schreckliche Dinge passieren". Danke für den positiven Beitrag. Diese Dame hat Qualitäten, die Lao Tse sehr freuen würden: Angelika, so der Name der Kommentatorin, spricht mit Ehrfurcht über das Leben.

 

LaoTse beginnt seinem 74. Vers mit folgendem Zweizeiler:

Wenn den Menschen die Ehrfurcht fehlt, gibt es ein Unglück.

 

Er meint damit, dass uns das Kultivieren von Ehrfurcht helfen kann, das Leben lebenswerter zu erfahren.

Für mich ist Ehrfurcht mit Dankbarkeit verbunden, denn zu erkennen, wie wunderbar die Dinge eigentlich sind, führt unweigerlich zu einem Gefühl der Dankbarkeit. Ehrfurcht gegenüber den Wundern dieser Welt, gegenüber unseren Mitmenschen, den für selbstvertändlich gehaltenen natürlichen Phänomenen, z.B. der Tatsache, das wir den kleinen Finger bewegen können, wenn wir das wollen. Haben Sie sich schon einmal überlegt was es dazu braucht, damit das möglich ist? Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und überlegen Sie, was es  braucht, damit Sie Ihre Zeitung morgens lesen können, damit Sie ihr Gipfeli geniessen können, usw. 

 

In der Praxis verwende ich gerne Dankbarkeitsübungen. Regelmässig durchgeführt lösen sie mit der Zeit in Gefühl des Staunens und der Glückseligkeit aus.  Die Patienten  berichten, das sie positive Erlebnisse besser geniessen können und weniger negative Gefühle erleben, wie Ärger oder Schuldgefühle. Auch das Selbstwertgefühl nimmt zu und Schlafprobleme werden weniger, ja sogar der Umgang mit Chronischen Schmerzen fällt leichter.

 

Nehmen Sie sich also hin und wieder etwas Zeit um sich der Frage zu widmen: Wofür bin ich dankbar?

 

Sie werden staunen und Lao tse hätte seine Freude daran. Berichten Sie mir, welche Erfahrungen Sie dabei gemacht haben, denn Sie wissen ja, auf diesem Blog geht es darum, das Leben lebenswerter zu machen und auch Sie können dazu beitragen. Ich freue mich darauf.

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Kommentare: 1
  • #1

    Emanuel (Freitag, 06 April 2018 08:25)

    Mein Stiefvater Jörg hat mich eine ganz wichtige Erkenntnis gelehrt, die bis heute meinen Zugang zur Dankbarkeit nachhaltig verändert hat. Es war nur ein kleiner Satz, aber der hatte es in sich:

    Nach einem langen und anstrengenden Tag habe ihm zu Hause mein Leid geklagt, dass alles so schwierig sei, ich so zuviel arbeiten würde und zuwenig Zeit mit meinen Freunden hätte.

    Er sagte darauf ganz trocken aber aus tiefstem Herzen: "Emi, du tust das, was du willst".

    Es hat gedauert, aber ich habe erkannt, das alles was ich tue meine Entscheidung ist. Sogar das Schreiben dieser Antwort. Wäre mir etwas anderes in diesen Sekunden wichtiger als das Schreiben dieser Antwort, dann würde ich es tun. Will ich aber offensichtlich nicht.

    Seitdem ich mir dessen bewusst bin ist es sehr einfach dankbar zu sein, weil ich immer weiß, dass es nichts gäbe was ich lieber täte als das, was ich im Moment tue. Das ist doch wundervoll. Alles was erforderlich dazu ist, ist Ehrlichkeit sich selbst und seinen Motiven gegenüber.