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Essen als Medizin

Wusste ich es doch: Die alten Chinesen hatten doch recht, als sie der Ernährung eine ganz wichtige Rolle beim Gesund werden zuwiesen! Noch mehr, in der Chinesischen Medizin gibt es keine Trennung zwischen medizinischer und Ernährungstherapie.

 Ich erinnere mich noch an meine TCM-Studienjahre. Als ich das erste Mal hörte, dass Lebensmittel oder Gewürze bestimmte Geschmäcker haben und auf bestimmte Organkreise wirken, dachte ich nur: Was soll das denn? Heute vergeht kein Tag, ohne dass ich Tipps und Ernährungsrichtlinien an meine Patienten abgebe.

Die Ernährungslehre der TCM ist sehr komplex, aber hier ein kleines Beispiel:

Der sauere Geschmack ist der Wandlungsphase Holz und dem Funktionskreis Leber - Gallenblase zugeordnet. Saure Nahrungsmittel wirken zusammenziehend (Denken Sie doch mal an das Stück Zitrone im Mund!).

Saure Nahrungsmittel und Gewürze bzw. Kräuter kann man also bei Durchfall, übermässigem Schwitzen, Inkontinenz oder Blutungen einsetzen. So sind zum Beispiel Brombeeren, Heidelbeeren und Zitrone bei Durchfall sehr wirksam. Um Blutungen zu stillen braucht es allerdings stark saure Mittel, wie zum Beispiel die Schisandra Beere, die in fast jeder meiner Rezepturen bei Durchfall oder Schwitzen vorkommt.  Wu Wei Zi, ist die chinesische Bezeichnung für diese Beere, die nun auch in Europa als Powerbeere bekannt ist. Studien belegen den positiven Einfluss auf die Leber und die antioxidative Wirkung durch die Vitamine C und E. Sie konnten aber auch  eine positive Wirkung bei der Bekämpfung von Tumorzellen (bei Mäusen)  und vor allem bei Leukämie  nachweisen. 

 

Natürlich kennt die Chinesische Medizin diese Wirkungen schon seit mehr als 2000 Jahren, aber ist es nicht wunderbar, dass nun auch die Westliche Medizin und zwar mit ihren eigenen Mitteln, das Wissen der alten Chinesischen Ärzte bestätigt? Sendungen wie "Die Ernährungs-Docs von NDR zeigen, welch dramatischen Einfluss unsere Ernährung auf unser Wohlbefinden hat. In vielen Fällen kann man mit den geeigneten Zutaten vor allem chronische Erkrankungen wie Rheuma oder Migräne wesentlich verbessern,  wenn nicht sogar heilen. 

 

Natürlich würde sich Laotse über diese neue Wendung im Westen sehr freuen. Aber heute passt besser ein Zitat  meiner Wiener Freundin Ulli (die fast ein kleiner Wiener Laotse ist). Sie würde sagen: E kloar! Mei Mutter hat seit ihrer Tuberkulose als junge Lehrerin  täglich zwei Zehen Knoblauch verspeist. Gut g`rochen hat des net, aber sie is` nie wieder krank wurd`n. Net amoi an Schnupfen hats g`abt. Uns so is`95 Joahr oid wur`n.

 

Knoblauch wird in der Chinesischen Medizin dem Funktionskreis Lunge -Dickdarm zugeschrieben, er wärmt, ist scharf und wirkt dadurch zerstreuend auf Schleim. Kluge Frau, Ulli`s Mutter.

 

In den Sommerwochen werde ich eine kleine Serie zu den fünf Geschmäckern vorstellen. Wenn euch mal die Sonne zu stark auf den Kopf scheint, schaut doch hier vorbei. Es könnte sich lohnen.

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