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Freude ist heilsam

Heute am Morgen stand plötzlich eine junge Dame mit einem grossen Blumenkorb im Warteraum. Mein erster Gedanke: Die hat sich bestimmt verirrt. Wahrscheinlich sucht sie eine Adresse.

 

Marina, eifrig wie immer, fragt wie sie helfen kann und kommt grinsend zurück.

 

"Die sind für dich , Brigitte."

 

Drei Mal habe ich nachgefragt, bevor ich den wunderschönen Blumenkorb entgegennahm. Im Hinterkopf immer die Frage:

Wer schickt mir denn Blumen???  Ich hab doch nicht Geburtstag. Oder Namenstag? Sie kennen das bestimmt: Man rätselt und denkt nach, wer es wohl gewesen könnte, der da so sehr an einen denkt...Aber ich hatte schlichtweg keine Idee.

 

Dann kam das Auspacken, das Riechen an den wunderschönen Blüten und schliesslich das Öffnen der beigelegten Karte. Und siehe da: Jemand, von dem ich es am Wenigsten erwartete, hatte sich die Zeit genommen, trotz Arbeitsstress, trotz vieler Verantwortungen, diesen "Aufsteller" für mich zu organisieren, nachdem meinem Unfall bekannt wurde.

 

Überrascht und gerührt, hielt ich einen Moment inne.

 

Staunen und Verblüffung.

 

"Wie schön, dass dieser Mensch an mich denkt!"

 

Ich konnte fast spüren, welchen Auftrieb mein Immunsystem bekam. Auf wienerisch hat mein Immunsystem in diesen Momenten der Überraschung einen "Hüpfer gmacht!"

 

Achtung: Das ist kein Scherz!!

 

Wussten Sie, dass die Wirkung positiver Gefühle immer besser erforscht wird und sogar belegt werden kann? Die noch recht junge Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie (NPI) beschäftigt sich damit. So hat man zum Beispiel an der Universität Berkley in Kalifornien eine Studie an 200 jungen Erwachsenen gemacht und deren Interleukin-Werte gemessen, nachdem sie über positive Gefühle wie Liebe, Staunen, Zufriedenheit berichtet haben.

 

Interleukin-6 ist ein entzündungsfördernder Botenstoff, der aktiv wird, wenn das Immunsystem eine Infektion bekämpfen soll. Dann steigt der Interleukin-Wert kurzfristig in die Höhe. Das ist ein Zeichen, dass das Immunsystem seine Arbeit macht!

 

Gibt es keine Infektion zu bekämpfen sollte der Interleukinspiegel möglichst niedrig sein. Auch ist mittlerweile bekannt, dass bei Diabetes, Arthritis und Depressionen stets ein chronisch erhöhter Interleukin-Spiegel vorhanden ist.

 

So hat man also bei der Studie erkannt, dass gute Gefühle einen niedrigen Interleukin-Spiegel hervorrufen, also keine Entzündungen im Anmarsch sind.

 

Ist das nicht  wunderbar. Jetzt entdeckt auch die Medizin, was wir Frauen schon seit Jahrhunderten Wissen:

 

Freude heilt!

 

Fantastisch was man mit einem Blumenstrauss ausrichten kann!

 

Laotse würde jetzt fragen: Wann haben Sie das letzte Mal Blumen verschenkt??

 

 

 

 

 

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