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Stricken und Meditation

Seit ein paar Tagen ist es recht kühl geworden und auch während ich an diesem Blog arbeite, sprüht ein feiner Nieselregen über die Wiese vor meinem Haus. Das freut mich wirklich. Nein, es geht nicht um den Regen, der endlich Pflanzen und Tiere beglückt, auch nicht um die kühleren Temperaturen, die uns das Schlafen in der Nacht erleichtern. Es ist leider rein egoistisch: Am Wochenende habe ich meine erste selbstgestrickte Weste fertiggestellt und weil es kühler geworden ist , trage ich sie nun voller Freude und Stolz täglich auf meinem Weg in die Praxis.

Und es ist erstaunlich, aber dieses kleine Strickabenteuer hat mich wirklich viel gelehrt.

 

Erstens:

 

"Um sich zu entspannen reichen manchmal auch

zwei Stricknadeln und eine flauschige Wolle

in der Lieblingsfarbe".

 

Kennst Du das: Man sitzt  gemütlich auf seinem Sofa, zählt ununterbrochen die Maschen - zwei glatt, zwei verkehrt, eine glatt, eine verkehrt. Die Nadel klimpern im immer gleichen Rhytmus, die Aufmerksamkeit fokussiert sich zusehends mehr auf das kleine Stück Strickarbeit vor unseren Augen. Und die Welt schrumpft zu einer kleinen Masche zusammen. Die Atmung wird tiefer, der Puls sinkt, Muskeln werde lockerer. Aufatmen.Herrlich!

 

"In der Psychologie nennt man das "Relaxation "Response".

 

Was wird denn nicht alles über Abschalten müssen geschrieben und geredet. Wie viele Übungen werden angeboten, in denen es darum geht, alles Belastende zumindest für ein paar Momente abzulegen. Da sitze ich nun mit zwei Stricknadeln und während ich mit meiner Strickarbeit beschäftigt bin, erhalte ich die Entspannung ganz umsonst! 

 

Dabei geht es einfach nur darum, dass man ein bestimmtes Muster stricken möchte und wenn es gelingen soll, muss man bei der Sache bleiben. Also zählt man und wiederholt immer wieder die gleichen kurzen Anweisungen. Zwei glatt, zwei verkehrt. Zwie glatt, zwei verkehrt. Und wehe man achtet nicht auf diese Wiederholung, schon bemerkt man in der nächsten Reihe, dass man einen Fehler gemacht hat. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als die Reihe mit den falschen Maschen wieder aufzutrennen.

 

Neuropsychologen empfehlen für Menschen, die Probleme haben, los zu lassen oder sich zu konzentrieren, unter Migräne oder Bluthochdruck leiden "Biofeedback". Das ist eine Entspannungsmethode bei der man diverse Geräte einsetzt, die messen, ob man sich im Entspannungs- oder Stressmodus befindet, in dem sie die Herzfrequenz über den Puls messen. Je nach dem in welchem Modus man gerade ist, wird das mit grünem oder rotem Licht zurückgemeldet. ("Feedback"). So lernt man schneller, sich bewusst zu entspannen.

 

Wir haben in unserer Praxis auch den Qiu, ein tolles Biofeedbackgerät. Die Patienten lieben es, denn man lernt wirklich sehr schnell, wieder in seine MItte zu kommen.

 

Aber zwischendurch reichen auch ein paar Stricknadeln.

 

Was meinst Du dazu?

 

Liebe Grüsse

Brigitte

 

 

 

 

 

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